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Aus Leidenschaft wird Handwerk

Für mich ist Parfüm mehr als nur ein Duft.

Ein Duft kann einen Ort zurückbringen, den man längst verlassen hat. Einen Menschen wieder ganz nah erscheinen lassen. Einen Sommerabend, einen Blick, eine bestimmte Stimmung – manchmal sogar einen Moment, von dem man dachte, man hätte ihn längst vergessen.

Genau diese Faszination hat mich irgendwann dazu gebracht, nicht mehr nur Parfüms zu tragen, sondern verstehen zu wollen, wie sie entstehen.

Ich bin kein klassisch ausgebildeter Parfümeur. Ich habe mir die Welt der Düfte selbst erschlossen – Schritt für Schritt, mit viel Geduld, Neugier und unzähligen Stunden des Riechens und Ausprobierens.

Am Anfang war es erstaunlich einfach.

Ich nahm kleine Schraubgläser und füllte sie mit einzelnen natürlichen Rohstoffen: Pfeffer, Vanilleschoten, Nelken, Safran oder frischer Zitronenschale. Immer wieder öffnete ich eines dieser Gläser, roch daran und versuchte, mir den Duft einzuprägen.

So begann ich, mein Geruchsgedächtnis zu trainieren.

Mit der Zeit erkannte ich die einzelnen Noten nicht mehr nur wieder. Ich begann, sie mir im Kopf miteinander vorstellen zu können.

Was passiert, wenn die Wärme einer Vanille auf die Schärfe von Pfeffer trifft?

Wie verändert Safran eine florale Komposition?

Was geschieht, wenn eine frische Zitrusnote auf etwas Dunkles, Holziges oder Balsamisches trifft?

Aus einzelnen Gerüchen wurden langsam Kombinationen. Aus Kombinationen entstanden Ideen. Und irgendwann aus diesen Ideen die ersten eigenen Kompositionen.

Mein Zugang zur Parfümerie entstand dabei zunächst ausschließlich über natürliche Stoffe. Ich wollte die Materialien selbst kennenlernen – ihren Charakter, ihre Veränderungen und die kleinen Unterschiede, die man manchmal erst wahrnimmt, wenn man sich wirklich Zeit dafür nimmt.

Diese Zeit ist bis heute ein wichtiger Teil von artificium.

artificium ist keine große Parfümfabrik.

Es ist eine Ein-Personen-Firma.

Hinter jedem Duft, jedem Ansatz und jedem fertigen Flakon stehe ich selbst.

Ich komponiere meine Düfte, mische sie und stelle sie von Hand her. Es gibt dabei keine Maschinen, die im Hintergrund einen Produktionsrhythmus vorgeben. Keine industrielle Fertigungsstraße. Und vor allem keine Hektik.

Wenn ich an meinen Düften arbeite, brauche ich Ruhe.

Oft läuft dabei klassische Musik. Besonders die Stimmen von Andrea Bocelli und Luciano Pavarotti begleiten mich bei der Herstellung.

Für mich schafft diese Musik genau die Atmosphäre, die ich brauche, um mich auf eine Komposition einzulassen. Denn viele meiner Düfte beginnen nicht mit der Frage, welche Duftnote gerade modern ist.

Sie beginnen mit einer Erinnerung.

Mit einem Menschen.

Mit einem Ort.

Oder mit einem Moment, der etwas in mir hinterlassen hat.

Dann versuche ich, genau dieses Gefühl in Duft zu übersetzen.

Manchmal entsteht eine Komposition schnell. Oft braucht sie viele Veränderungen. Ich probiere aus, verwerfe, verschiebe einzelne Noten, beginne erneut und lasse einem Duft die Zeit, die er benötigt.

Mein erster Duft entstand über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren.

Und genau darin liegt für mich das eigentliche Dufthandwerk.

Es geht nicht darum, möglichst viele Parfüms in möglichst kurzer Zeit zu veröffentlichen.

Ich möchte Düfte erschaffen, die einen eigenen Charakter besitzen. Düfte, hinter denen eine Geschichte steht und bei denen ich selbst noch sagen kann, warum eine bestimmte Note ihren Platz in der Komposition gefunden hat.

Jeder Duft von artificium trägt deshalb ein Stück meiner eigenen Erinnerungen, Erfahrungen und Vorstellungen in sich.

Vielleicht verbindet ihn irgendwann jemand mit seinen eigenen.

Denn am Ende ist genau das für mich das Besondere an Parfüm:

"Man kann einen Duft nicht sehen und trotzdem kann er etwas sichtbar machen, das tief in unserer Erinnerung verborgen war."

artificium – Duft als Handwerk.

Handgefertigt in Bayern.
Mit Zeit. Mit Intention. Mit Bedeutung.

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